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Alkohol und Rauchen: So wirkt sich die Corona-Pandemie aus

todayDezember 28, 2021

Hintergrund
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Die Corona-Pandemie hat nicht nur wegen des Virus selbst bedenkliche Folgen für die Gesundheit. Es haben auch mehr Leute zu Zigaretten gegriffen und mehr zu Hause gebechert als davor.

Die Pandemie, Angst vor Corona, Langeweile im Lockdown, Ärger über die Einschränkungen, vielleicht aber auch der Verlust eines Freundes oder Verwandten – all das kann Stress auslösen. Und wer Stress hat, zündet sich möglicherweise eher mal eine Zigarette an oder schenkt sich ein Glas Wein ein – oder mehrere.

Triggert die Pandemie frische Ex-Raucher?

Woran auch immer es genau liegt, der Anteil der Raucher in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen: Inzwischen rauchen fast 31 Prozent der Menschen ab 14 Jahren. Ende 2019 waren es noch 27 Prozent. Das geht aus der repräsentativen Langzeitstudie Debra (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten) hervor.

Suchtforscher und Debra-Leiter Daniel Kotz vermutet, dass im letzten Jahr mehr frische Ex-Raucher rückfällig geworden seien. Er sagt aber auch, die Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören, sei in Deutschland schon vor der Corona-Pandemie rückläufig gewesen. Eine gute Nachricht gibt es immerhin: Bei Jugendlichen besteht der klare Trend, gar nicht erst anzufangen.

Rauchen tötet

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 125.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum – auch durch passiven Konsum, also wenn man gar nicht selbst raucht. Es gibt also mehr Rauchertote in einem Jahr als Todesfälle durch Corona nach fast zwei Jahren Pandemie.

Alkohol-Konsum hat sich verlagert

Der durchschnittliche Alkohol-Konsum ist in Deutschland während der Pandemie zwar etwa gleich geblieben. Aber wer wo trinkt, hat sich verlagert. Klar, als Restaurants, Bars und Clubs geschlossen waren, fielen typische Orte zum gemeinsamen Trinken weg. Gebechert wird also wieder mehr in den eigenen vier Wänden.

Menschen, die ohnehin schon regelmäßig Alkohol zu Hause getrunken haben, zum Beispiel zum Schöntrinken des Abends – zum Vertreiben von Einsamkeit, Langeweile oder Sorgen, die trinken nun mehr.

Falk Kiefer, Suchtmediziner und Ärztlicher Direktor am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim

Und das betrifft immerhin ein Viertel der Erwachsenen. Partytrinker hingegen reduzierten ihren Konsum im Durchschnitt. Diese Verlagerung zeigt sich auch in Daten des Bundesverbands Wein und Spirituosen International. Demnach stieg der Absatz von Wein und Sekt im Lebensmitteleinzelhandel und Online-Handel.

In einer Studie des Zentralinstituts und der Uniklinik Nürnberg haben 37 Prozent von über 2.000 befragten Erwachsenen angegeben, im ersten Lockdown mehr Alkohol getrunken zu haben. 21 Prozent meinten, sie hätten weniger konsumiert.

Auch Alkohol tötet

Das berühmte gesunde Glas Rotwein ist ein Ammenmärchen“, sagt Christine Kreider von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Auch von Alkohol kann man sterben, wenn auch meistens nur indirekt: Für mehr als 200 Krankheiten ist bekannt, dass sie durch Alkoholkonsum begünstigt oder direkt verursacht werden. Und: Von Alkohol kommt man ähnlich schwer wieder weg wie von Zigaretten.

Alkohol hat die Eigenschaft, dass man sich an ihn gewöhnt.

Christine Kreider, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen

Dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2018 zufolge konsumieren 12,6 Prozent der Menschen in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form.

Geschrieben von: Manuel

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